Investition in die Zukunft. Modell zur Eichplatz-Bebauung in Jena erhält ein Kindergarten

„Wie geht es mit dem Eichplatz weiter?“ fragen sich nicht nur die Bürger Jenas, sondern auch die Planer des nun von den Einwohnern abgelehnten Entwurfs zum Eichplatzquartier.

Die Anfertigung eines Modells im Maßstab 1:200, das über zwei Monate lang im Eichplatzbogenausgestellt wurde, kostete über 10.000 Euro.

Die Stadt Jena, die Kommunalen Immobilien und die Investoren Jenawohnen/OFB präsentieren das Modell der künftigen Eichplatz-Bebauung im Maßstab 1:200, das der Kindergarten Pinocchio kostenfrei erhält.
Die Stadt Jena, die Kommunalen Immobilien und die Investoren Jenawohnen/OFB präsentieren das Modell der künftigen Eichplatz-Bebauung im Maßstab 1:200, das der Kindergarten Pinocchio kostenfrei erhält.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Eigenbetriebe Kommunale Immobilien und Kommunalservice sowie der Kooperationspartner Jenawohnen und OFB entschieden nun, das von den Bürgern nicht gewollte Modell sowie die dazugehörige Überwachungstechnik dem Jenaer Kindergarten Pinocchio kostenfrei zu überlassen.

Die Exponate im Eichplatzbogen, die sehr genau die Gebäudestrukturen einer modernen Großstadt illustrierten, ermöglichen den Kindern vielfältige Lernprozesse. „Natürlich haben die kleinen Figuren in den Straßen auch immer zum spielen eingeladen“, gibt KIJ-Werkleiter Dr. Götz Blankenburg zu. Aber viel wichtiger sei der Erziehungsaspekt.

Unter dem Motto „Die Kinder von heute sind die Konsumenten von morgen!“ führen Pädagogen, die Agentur für Arbeit Jena und die dazugehörigen Jobcenter vom 7. bis 11. April eine Aktionswoche durch. Ziel ist es, Kindern und Eltern bzw. jungen Erwachsenen die Bedeutung solcher Investorenofferten vor Augen zu führen.

„Wir wollen künftige Geldgeber, die bisher noch keine potentiellen Großprojekte in Aussicht haben, über Rekrutierungsmöglichkeiten der Wähler bereits im Kindergartenalter informieren und sensibilisieren“, sagt Birgit Becker, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Jena. Werktags werden Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Kinder dabei unterstützen, sorgsam mit dem Miniatureichplatzquartier zu spielen.

„Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht“ ist sich die Pädagogin Marie von Ebner-Eschenbach sicher. Wenn Bürgerbegehren in Zukunft über Investitionen in der Stadt entscheiden, dann müssen die Menschen bereits im Kindergartenalter auf ihre Rolle bei diesen Entscheidungsprozessen vorbereitet werden. Da die bereits bestehenden Gebäude weiß gelassen wurden, wird das wertvolle Modell auch im Kunst- und Malunterricht eine besondere Rolle spielen.

„Einfach auf den Müll schmeißen kommt für uns nicht in Frage. In 20 Jahren befragen wir die Bürger nochmal“, erläutert der Jenaer OB Dr. Albrecht Schröter auf einer Pressekonferenz den Hintergrund für die Schenkung

Autor: Bertha Kessel

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