Lieber B.,
 
es waren in meinen weitschweifigen Ausführungen schon ein paar konkrete Handlungsempfehlungen, die ich leider immer zu gut verstecke:
 
1. ich persönlich fände es sehr schön und hilfreich, wenn die Philharmonie an diesem Tag mal nicht ihren Romantik-Quatsch spielt, sondern einen bestimmten Programmpunkt dieses Jahres wiederholt.
 
Wäre ein tolles Zeichen der hoch subventionierten Jenaer Kultur.
 
Wenn dann noch ein paar Freikarten für Jenaer Schüler und Verbände für Behinderte/psychisch Kranke rausspringen (die in der Jenaer Geschichte meistens als erste unter die Räder kamen), wäre das noch besser. Und würde endlich wieder, so richtig „schillermäßig“, Kultur und Bildung verbinden.

2. Was macht die „Rosenthal Villa“ am 9. November? Oder am 11.11.2016? An diesem Tag ist es 75 Jahre her, das Clara Rosenthal in den Tod getrieben wurde.
 
Wem gehört dieses Haus und wieso? Ich weiß es, aber viele andere nicht. Ich habe recherchiert, dass Herr Laudin sich sehr mit diesem Thema auskennt. Unser Stadthistoriker R. Stutz, ein guter Freund von mir, hat auf mein Bitten hin dafür gesorgt, dass Herr Laudien auf einer Veranstaltung der Stadt auf dem Marktplatz etwas über Clara Rosenthal und die Geschichte, wie diese Stadt mit ihr umgegangen ist, erzählt. Das ist eigentlich als Hartz-4 Empfänger nicht meine Aufgabe, sondern die von JenaKultur. Mache ich aber gern. Und die „Clara Rosenthal Straße“ fehlt. Nur ihr Mann hat eine bekommen.
 
3. Die Initiative „Kinderfreundliche Stadt e.V.“ macht glücklicherweise am 9.11. eine Veranstaltung. Sie werden auch in der Broschüre, die das ThürAZ mit einem Vorwort von mir herausgibt, beworben. Die Aufgabe einer „Koordinierungsstelle“, die es in Jena eigentlich schon gibt, übernehme ich also gerade freiberuflich.
Ich habe ein paar Dinge erreicht, ein paar andere Ideen, die du dem angehängten Protokoll einer Sitzung des ThürAZ entnehmen kannst, sind wahrscheinlich nicht so einfach umzusetzen.
 
4. bereits 2014 schrieb Bertha Kessel (ein Pseudonym, mit dem ich schon viel Spaß hatte, hat Fallada, ein Jenaer Psychatrie-Vorfahre, auch so gemacht :-):
 
„Geistes- und Sozialwissenschaftler in Jena sind in der Lage, die Genese und Wirkung des Konzepts ´Nation`, die Entstehung von Ideologien, die Pervertierung der Nation als Gemeinschaft von ´Volk und Rasse`, die zwei deutschen Nationen nebeneinander, zu beschreiben und daraus Schlüsse zu ziehen bzw. die Erkenntnisse der Politik und Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.“
 
Das Geld ging dann in die „Romantik“ und das „Novalisfest“, wie du ja weißt. Wenn Köckert dann diese Leerstelle besetzt und im Damenviertel solche Dinge wie untenstehendes sagt, und ich hier als arbeitsloser Geisteswissenschaftler sitze, fühle ich mich persönlich herausgefordert:
 
„Denn wir werden uns nicht mehr verstecken, nicht mehr verkriechen, weil es nicht unsere Art ist, uns so zu verkaufen, wie es diese ganzen Geisteswissenschaftler tun, die wir hier in Jena immer wieder erleben.“
Hier haben Schiller, Goethe und die zwei Humboldt-Brüder in einem Garten gesessen und über dieses kommende „Deutschland“, das es noch nicht gab, nachgedacht. Das könnten wir jetzt auch wieder machen. Jedesmal, wenn David Köckert eine Demo anmeldet. Leider habe ich die Marketing-Stelle, für die ich als Schwerbehinderter zum Vorstellungsgespräch eingeladen war, nicht bekommen. Da wäre mein Handlungsspielraum größer gewesen 🙂
Alte Foren wie der „Runde Tisch für Demokratie“, die versch. Netzwerke, Bündnisse, Koordinierungsstellen und Linken-Parteiversammlungen zum Thema „Wir sind das Volk“, die nur auf 38 hinweisen wollen und 89 vergessen, funktionieren jetzt nicht mehr.
lg
P.S. eine gute Projektidee für Kinder habe ich auch. Aber ich weiß jetzt, wen ich ansprechen muss (und wen nicht).
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